Santa Domenica

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Calanca, Bez. Moesa, seit 1982 Teil der polit. Gem. Rossa. Das auf 1040 m gelegene Dorf befindet sich an der engsten Stelle des Calancatals fast senkrecht über dem Fluss Calancasca. 1733 191 Einw.; 1808 280; 1850 102; 1900 110; 1950 41; 1980 23. Bis 1796 gehörte S. zur Gem. Calanca, von 1796-1851 zur Inneren Calanca; 1851 wurde das Dorf selbstständig. Die Pfarrkirche S. Domenica gehört zu den bedeutendsten Barockkirchen Graubündens; sie wurde 1664-72 vom Architekten Giovanni Serro auf einem Vorgängerbau von 1414 errichtet und ist reich ausgestattet u.a. mit Fresken von Francesco Antonio Giorgioli. Die Kapelle der Madonna Addolorata (Schmerzensmutter) stammt aus dem 17. Jh., jene der Immacolata (Unbefleckte Empfängnis) aus dem 19. Jh. Die Häuser bestehen aus einem steinernen Sockel und einem oberen Teil aus Holz, einige weisen Fresken aus dem 17. und 18. Jh. auf.


Literatur
– A. Bertossa, Storia della Calanca, 1937
– M.A. Reinhard-Felice, La casa rurale della Valle Calanca, 1988
– C. Santi, Gli ordini e capitoli della mezza Degagna di Rossa in Val Calanca, 1993
– E. Agustoni, Guida all'arte della Calanca, 2005, 76-85

Autorin/Autor: Cesare Santi / PTO