Dettighofen (D)

Gem. Baden-Württemberg, Landkreis Waldshut, seit 1974 mit den Ortsteilen D. (1990 ca. 580 Einw.), Berwangen und Baltersweil. Das bäuerl. Haufendorf D. liegt unweit von Wil (ZH) im sog. Jestetter Zipfel (Jestetten) hart an der Grenze zur Schweiz. Die Klöster St. Blasien und Rheinau verfügten hier vermutlich früh über Grundbesitz, der vom 14. Jh. an belegt ist. Auch Schaffhauser Bürger (1377 Schenkung des Eberhard Brümsi) waren in D. begütert. Als Teil der Landgrafschaft Klettgau unter den Gf. von Sulz geriet D. in die Auseinandersetzungen zwischen dem vorderösterr. Adel und den territorial in den Klettgau ausgreifenden Städten Zürich und Schaffhausen und gelangte 1479 mit dem Burgrecht zwischen den Gf. von Sulz und Zürich unter Zürcher Schutz. Die Niedergerichtsbarkeit in D., 1480 im Besitz des Schaffhauser Bürgers Martin Keller, wurde von diesem 1485 den Gf. von Sulz verkauft. Damit war D.s Verbleib in der Landgrafschaft Klettgau besiegelt, mit der es 1806 zum neuen Grossherzogtum Baden kam. Die Bemühungen der Schweiz am Wiener Kongress (1814-15), das Gebiet um Jestetten (mit D.) zur Grenzverbesserung zu erhalten, blieben erfolglos. 1840-1935 gehörte D. zum Zollausschlussgebiet um Jestetten, das nach dem 2. Weltkrieg trotz Bestrebungen der betroffenen Gem. nicht wiederhergestellt wurde.


Literatur
– K. Weber, D., 1939
Das Land Baden-Württemberg 6, 1982, 982 f.
– H. Matt-Willmatt, D. (Baltersweil, Berwangen), 1992

Autorin/Autor: Hans Jakob Wörner