29/10/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Krattigen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Frutigen. Gem. am linken Thunerseeufer mit dem Dorf K., Stuhlegg, Örtlimatt und Einzelhöfen. Um 1300 Krattingen. 1764 289 Einw.; 1850 598; 1900 592; 1950 600; 1960 589; 2000 882. Funde spätbronzezeitl. Lappenäxte (Krattigengraben), Burgstelle Rotenbühl (urkundlich nicht erwähnt, Wallgraben sichtbar). K. erscheint zuerst als ma. Kleinherrschaft der Frh. von Eschenbach, um 1300 als Lehen der Herren von Corbières und Afterlehen des bern. Schultheissen Kuno Münzer. Nach dem Königsmord bei Windisch 1308 erhob Österreich Anspruch auf K. Die Bernburger von Scharnachtal kauften ab 1366 sukzessive die bei versch. Besitzern liegenden Herrschaftsrechte auf, das letzte Drittel des Niedergerichts 1483. Zur Herrschaft gehörte auch das Hochgericht (1487). 1513 erwarb Bern K. und liess es vom Kastlan von Mülenen verwalten, später kam es zu Frutigen. Seit dem MA ist K. Teil der Grosspfarrei Aeschi (heute Filialkirche in K.). In K. wurden Acker- und Obstbau, Vieh- und Alpwirtschaft betrieben, ab dem 18. Jh. auch Gips abgebaut (heute Gipsfabrik Leissigen). Im 20. Jh. siedelten sich Kleingewerbe und Tourismus an (Hotellerie, Ferienchalets, Campingplatz). Die Gem. besitzt keinen Anschluss an das SBB-Netz. Drei Viertel der Erwerbstätigen sind Wegpendler.


Literatur
– W. Brügger et al., Das Frutigbuch, 21977
– E. Schläppi, Chronik Leissigen, 1992
– B. Mutter, Bauinventar der Gem. Leissigen, 1999

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler