Bosnien-Herzegowina

 © 2000 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
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Die ehemalige österreichisch-ungarische südslawische Provinz B., die ab 1946 zur Föderativen Volksrepublik Jugoslawien gehörte, erklärte im März 1992 ihre Souveränität. Die internat. Anerkennung der Republik B. erfolgte am 8.4.1992, im Okt. desselben Jahres setzten die dipl. Beziehungen zwischen der Schweiz und B. ein. Im Herbst 1993 wurde die bosn. Botschaft in Bern eröffnet, im Nov. 1995 die Schweizer Botschaft in Sarajewo. Kernstück der bilateralen Beziehungen während des unmittelbar nach der Unabhängigkeit ausgebrochenen Bosnienkriegs bildeten die direkten schweiz. Unterstützungsmassnahmen im humanitären Bereich sowie die Aufnahme von rund 18'000 bosnischen Flüchtlingen in der Schweiz. 1993 belief sich die Zahl der bosnischen Asylgesuche in der Schweiz auf 6'878. Nach Kriegsende im Okt. 1995 bis 1999 betrug die schweiz. Hilfe für Entwicklung und Wiederaufbau ca. 235 Mio. Fr. (u.a. für techn. Zusammenarbeit, Finanz- und Rückkehrhilfe). Verschiedene schweiz. Experten waren für internat. Organisationen in B. tätig, namentlich 1996-2000 die Botschafterin Gret Haller als Ombudsperson für Menschenrechte. Seit 1994 unterstützt die Schweiz in B. kulturelle Projekte wie z.B. die Renovation der Nationalgalerie, das Jugendtheater und die Philharmoniker von Sarajewo. Obwohl der Handel mit der Schweiz für B. stark defizitär ist, stand die Schweiz 2001 an 5. Stelle der bosnischen Exportländer. Die schweiz. Exporte beliefen sich 2002 auf 35,5 Mio. Fr. (1995 1,9 Mio. Fr.), die Importe auf 4,6 Mio. Fr. (1995 0,3 Mio. Fr.). Während die Schweiz hauptsächlich Maschinen, Papier und Landwirtschaftsprodukte nach B. ausführt, werden von dort ebenfalls v.a. landwirtschaftl. Güter, Holz und Lederwaren importiert.


Archive
– EDA
– seco
Literatur
– A. Sieber, M. Scholer, Vom Umgang mit zwei Lebenswelten, 2001
– G. Haller, Die Grenzen der Solidarität, 2002

Autorin/Autor: Therese Steffen Gerber