21/12/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Kandergrund

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Frutigen. Die Gem. im oberen Kandertal umfasst die Bäuerten Ausser- und Inner-K., Bunderbach, Mitholz, Reckental und Rüti. 1352 der Kandergrund. K. und Kandersteg zusammen: 1850 1'069 Einw.; 1900 1'098; K. allein: 1910 2'332; 1920 781; 1950 905; 1980 728; 2000 945. Bronzezeitl. Einzelfund im Mitholz. Ruine Felsenburg. Ab dem MA war K. politisch und kirchlich von Frutigen abhängig und kam 1833 auch zur Einwohnergemeinde. 1840 wurde die Helferei K. mit Mitholz und Kandersteg eingerichtet, 1850 Bau der Kirche in Bunderbach, ab 1860 als selbstständige Kirchgemeinde K. mit Kandersteg. 1850 erlangte K. den Status einer selbstständigen Einwohnergemeinde (1909 Trennung von Kandersteg). Im 19. und 20. Jh. trat zur Landwirtschaft (Viehzucht, Ackerbau) und Heimweberei (Frutigtuch) etwas Industrie (Zündholzfabriken, Steinbruch). Die Kohlegewinnung in mehreren Gruben (18.-20. Jh.) blieb von geringem Ertrag. Während des Baus der Lötschbergbahn 1906-13 und des Kraftwerks 1907-10 (Neubau 1989-91) zur Versorgung der Bahn schnellte die Bevölkerungszahl kurzfristig hoch. In K. besteht etwas Wander- und Ausflugstourismus, v.a. am Blausee.


Literatur
– W. Brügger et al., Das Frutigbuch, 1977
– U. Schneeberger, Bauinventar der Gem. K., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler