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Henne, Josef Anton

geboren 22.7.1798 Sargans, gestorben 22.11.1870 Wolfhalden, kath., von Sargans. Sohn des Josef Anton, Störschneiders. ∞ Friederike Stehle. Stud. in Freiburg i.Br. und Heidelberg, 1825 Dr. phil. 1822-23 Lehrer am Inst. Fellenberg in Hofwil, 1826-34 St. Galler Stiftsarchivar, 1834-42 Lehrer an der kath. Kantonsschule St. Gallen, 1842-55 ao. Prof. für Geschichte an der Univ. Bern, 1855-61 Stiftsbibliothekar in St. Gallen, 1862-70 Sekretär des kant. Erziehungsdepartements. 1830-31 Verfassungsrat. H. nahm als Vertreter des polit. Radikalismus und als Publizist - u.a. war er 1830-38 Herausgeber des Wochenblatts "Der Freimütige" (vormals "Bürger- und Bauernfreund") - intensiven Anteil an den polit. und konfessionellen Kämpfen im Kt. St. Gallen. Im Vorfeld des Kulturkampfs vertrat er eine scharf anti-ultramontane Einstellung. H. war auch ein bedeutender Sagensammler ("Schweiz. Lieder und Sagen" 1824) und dichtete Volkslieder ("Luaged vo Bergen u Thal" 1824). Zudem verfasste er historisch nationale Dichtungen ("Diviko und das Wunderhorn" 1826) und hist. Darstellungen ("Neue Schweizer Chronik fürs Volk", 3 Bde., 1828-34).


Archive
– StASG, KBSG, Briefe
Literatur
– K.H. Reinacher, Josef Anton H., 1916, (mit Werkverz.)
– A. Senti, «Wenn Dichter Politiker werden», in Terra plana, Nr. 4, 1998, 25-31
– D. Jost, «Literatur bis zur Nachkriegszeit», in St. Gallen: Gesch. einer literar. Kultur 1, hg. von W. Wunderlich, 1999, 580-584

Autorin/Autor: Franz Xaver Bischof