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Graus, Frantisek

geboren 14.12.1921 Brünn (heute Tschech. Republik), gestorben 1.5.1989 Basel, aus Brünn. Sohn des Bruno, Kaufmanns. ∞ 1955 Věra Hůlka. Da jüd. Abstammung, 1941 Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt. Stud. der Geschichte an der Univ. Prag, 1948 Promotion, 1951 Habilitation. 1953-69 o. Prof. für ma. Geschichte an der Akad. der Wissenschaften in Prag. 1969 Emigration in die Bundesrepublik Deutschland, Gastprof. an der Univ. Konstanz, 1970-72 o. Prof. für ma. Geschichte an der Univ. Giessen, 1972-89 o. Prof. für ma. Geschichte an der Univ. Basel. G.' Werk war v.a. dem krisenhaften Charakter des SpätMA gewidmet, den Randgruppen und Mentalitäten, den ideolog. und sozialgeschichtl. Aspekten der Hagiografie, der Traditionskritik, der Neutralitätsgeschichte, der dt. Verfassungsgeschichte, der er kritisch gegenüberstand, sowie der Geschichte der Juden. 1958 Nationalpreis der Tschechoslowakei. 1968 Dr. h.c. der Univ. Giessen.


Werke
Lebendige Vergangenheit, 1975
Pest-Geissler-Judenmorde, 1985 (31994)
Literatur
– H.-J. Gilomen, «Zum mediävist. Werk von František G.», in BZGA 90, 1990, 5-21
Spannungen und Widersprüche, Gedenkschrift für František G., hg. von S. Burghartz et al., 1992

Autorin/Autor: Thomas Schibler