Triboltingen

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Ermatingen, Bez. Kreuzlingen. Das am Untersee zwischen Tägerwilen und Ermatingen gelegene Strassendorf war 1803-1975 Teil der Munizipalgem. Ermatingen (ab 1812 als Ortsgem.). Seit 1975 ist T. Teil der polit. Gem. Ermatingen. 1146 Triboltingin. 1850 345 Einw.; 1900 314; 1950 284; 1970 302. Im MA war das Kloster Reichenau der wichtigste Grund- und Gerichtsherr in T. 1540-1798 unterstand das Dorf der Niedergerichtsbarkeit des Fürstbistums Konstanz. 1499 fand in der Nähe von T. die Schlacht bei Schwaderloh statt. Das mehrheitlich ref. T. gehörte stets zur Kirchgem. Ermatingen; in der aus dem 13. Jh. stammenden Kapelle St. Niklaus wurde nach der Reformation (um 1528) kaum noch Gottesdienst abgehalten. T. besass im 18. Jh. neben anderen Gemeindegütern ein Gemeindehaus, den Zwingwald und Rebberge. Im 19. Jh. bildete der Rebbau die Grundlage des Wohlstands. Um 1900 wurde auch Stickerei betrieben. Nach 1950 begann die Stilllegung von Bauernbetrieben; zu Wohnhäusern umgenutzt, prägten sie mit den entstandenen Einfamilienhäusern zu Beginn des 21. Jh. das Ortsbild.


Literatur
– O. Feger, Die reichenauische Herrschaft im Thurgau, 1956
– A. Bosshard et al., Ermatingen und T. TG, 1988

Autorin/Autor: Erich Trösch