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Sankt Margarethen

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Münchwilen, Bez. Münchwilen. 1803-1950 bildete S. zusammen mit Sedel und Mörikon eine Ortsgem. der Munizipalgem. Sirnach. 1950 wurden S., Münchwilen und Oberhofen bei Münchwilen zur polit. Gem. Münchwilen vereinigt. 1275 Affoltrangen sancte Margarete. 1850 245 Einw. (4% ref.); 1941 513 (46% ref). S. lag in der Herrschaft Lommis, die 1599-1798 dem Kloster Fischingen gehörte. Die 1275 belegte Pfarrkirche gelangte 1316 an das Kloster, das S. 1362 der Pfarrei Sirnach zuteilte. Im Zug der Gegenreformation wurde die ehem. Pfarrkirche 1641 abgetragen und an anderer Stelle neu errichtet. Diese der hl. Margaretha geweihte Kapelle erlebte im 17. und 18. Jh. eine Blüte als Wallfahrtskirchlein. Die ref. Einwohner schlossen sich 1935 der neu gegr. Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon an. 1474 bis ca. 1860 ist im Ort, 1475 bis 1918 in Mörikon eine Mühle belegt. Trotz Marktrecht (um 1711) fanden in S. nur unregelmässig Märkte statt. Im 18. und 19. Jh. boten Spinnerei, Weberei und Stickerei Verdienst. Die 1913 gegr. Schweizerische Gesellschaft für Tüllindustrie AG (ab 2002 Swisstulle) und die 1916 als Metallwarenfarbik gegr. Leuchtenherstellerin Huco AG prägen den industriellen Charakter des Dorfs.


Literatur
– H.P. Mathis, Die Kapelle St. Margaretha in S. TG, 1988
– H. Stücheli, Gesch. der Mühle Mörikon, 1993

Autorin/Autor: Gregor Spuhler