Langdorf

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Frauenfeld, Bez. Frauenfeld. Das an der Strasse nach Konstanz liegende L. war 1803-1919 Ortsgem. der Munizipalgem. Frauenfeld und ist seit 1919 ein Quartier der polit. Gem. Frauenfeld. 854 Erichinga, 1291 Langen Erchingen. 1831 442 Einw.; 1850 533; 1900 1'142; 1910 1'234. Kelt. und frühma. Gräberfelder sowie ein röm. Gutshof. L. war ein Königshof. Kg. Arnulf bestätigte Erchingen 889 als Eigen des Klosters Reichenau. Ab dem 13. Jh. umfasste das reichenauische Amt, das 1536-1798 dem Bf. von Konstanz gehörte, Horgenbach, L., Oberkirch und Bannhalden; dessen Amtmann übte das niedere Gericht aus. L. löste 1498 Lehen und 1795 Fall und Lass aus. Die hohe Gerichtsbarkeit übte das Landgericht u.a. bis 1417 in der Laube in Kurzdorf, 1417-99 die Stadt Konstanz und 1499-1798 der eidg. Landvogt aus. Erchingen und Frauenfeld bildeten die zu Reichenau gehörende Pfarrei St. Laurentius in Oberkirch. Nach der Reformation 1529 wurde die Kirche ab 1534 paritätisch genutzt. Neben Weide- und Graswirtschaft, Wein- und Ackerbau wurde ab etwa 1900 Gartenbau betrieben. In L. gab es ab 1867 eine Ziegelei, ab 1894 eine Schmirgelpapierfabrik, ab 1897 eine Konservenfabrik sowie eine Mosterei und eine Glashütte.


Literatur
– E. Leisi, Gesch. der Stadt Frauenfeld, 1946
– B. Gnädinger, G. Spuhler, Frauenfeld, 1996
– P. Erni et al., L. im Wandel, 2003

Autorin/Autor: Erich Trösch