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Mackenroth, Anna

geboren 9.4.1861 Danzig,gestorben 29.7.1936 Meilen, prot., Preussin, ab 1899 von Zürich. Tochter des Karl Heinrich, Fabrikanten, und der Luise geb. Piltz. ∞ 1911 Heinrich Kramer, Kaufmann. Aufgewachsen in Danzig, arbeitete M. als Erzieherin. Ab 1888 studierte sie Recht an der Univ. Zürich, war eine Schülerin von Emilie Kempin-Spyri und promovierte 1894 mit der Schrift "Zur Geschichte der Handels- und Gewerbefrau". Sie unterrichtete ab 1895 an der Höheren Töchterschule Zürich. Als erste Schweizerin erwarb M. 1900 das Anwaltspatent und war fortan v.a. als Pflichtverteidigerin tätig. Ab 1893 engagierte sie sich in fortschrittl. Zürcher Frauenorganisationen: Sie gehörte dem Vorstand des Vereins für Frauenbildungsreform an und leitete die Rechtsberatungsstelle des Rechtsschutzvereins. Ab 1896 war sie Vizepräs. der Union für Frauenbestrebungen. Als jurist. Expertin arbeitete sie bei Eingaben zum ZGB mit und forderte die Gütertrennung in der Ehe. M. publizierte feminist. Schriften und mehrere Dramen. Sie starb verarmt in einer psychiatr. Klinik.


Literatur
– G. Einsele, «Anna M.», in Emanzipation, 1992, Nr. 3, 9-12

Autorin/Autor: Regula Ludi