Kurzdorf

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Frauenfeld, Bez. Frauenfeld. Das Haufendorf K. war 1803-1919 Ortsgem. der Munizipalgem. Frauenfeld und bildet seither ein Quartier der polit. Gem. Frauenfeld. 854 Erichinga, 1362 Kurzen Erchingen. 1831 216 Einw.; 1850 347; 1900 1'042; 1910 1'251. An der röm. Strasse von Winterthur nach Pfyn. 889 bestätigte Kg. Arnulf Erchingen als Eigen des Klosters Reichenau. Ab dem 13. Jh. gehörte K. zum kyburg.-habsburg. Amt Frauenfeld, später bis 1798 zum Stadtgericht. Das grafschaftl. Hochgericht tagte bis 1417 bei der Laube. K. gehörte zur Pfarrei Frauenfeld-Oberkirch, wurde 1529 ref. und 1534 paritätisch. Die Kirche St. Johann blieb reformiert. Das ursprünglich auf Getreidebau ausgerichtete K. (Mühle im 14. Jh.) erfuhr ab 1840 mit der Einführung von Baumwollspinnerei, Seidenzwirnerei, Stickerei und Giesserei einen starken wirtschaftl. Wandel. 1878 kam ein Gaswerk, 1908 ein Eisenwerk hinzu.


Literatur
– E. Leisi, Gesch. der Stadt Frauenfeld, 1946
– B. Gnädinger, G. Spuhler, Frauenfeld, 1996

Autorin/Autor: Erich Trösch