Küssenberg, von

Adlige, freie Fam., die sich nach der Küssaburg (Gem. Küssaberg, Baden, D) benannte. Sie ist nicht zu verwechseln mit den vom 13. bis zum 15. Jh. belegten ritteradligen Herren von K. bzw. mit versch. ab 1360 u.a. in Zürich, Rheinfelden und Klingnau verburgerten Geschlechtern. Die edelfreien Herren von K. könnten sich vor 1135 nach Witlisberg (Schwarzwald) benannt und als solche im späten 11. Jh. zum Kern der Gefolgschaft der Gf. von Nellenburg gehört haben. Heinrich (erw. 1135-68 und evtl. 1177) wäre dann identisch mit Heinrich von Witlisberg, der um 1100 seinen Besitzschwerpunkt vom Zürich- in den Klettgau verlegte. Er oder ein gleichnamiger Verwandter führte 1177 den Grafentitel. Wernher war 1170-74 Abt von St. Blasien. Heinrich (erw. 1216-45, gestorben vor dem 13.3.1251), evtl. ein Bruder Ulrichs (erw. 1226), ist der letzte männl. Vertreter des Geschlechts. Er war verheiratet mit Kunigunde von Habsburg, der Schwester des späteren Kg. Rudolf. Heinrich verkaufte die Herrschaft K. 1245 an den Bf. von Konstanz. Zwischen diesem, den Gf. von Lupfen, von Kyburg und anderen kam es zu Auseinandersetzungen um das Erbe von K. Teile der strittigen Erbmasse der Gf. von K. bildeten evtl. die Grundausstattungen der Klöster St. Katharinental und Paradies.


Literatur
– H. Maurer, Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen MA, 1965, 118-120, 147-150
Das Land Baden-Württemberg, 1982, 989 f.
– E. Eugster, Adlige Territorialpolitik in der Ostschweiz, 1991, 156-166

Autorin/Autor: Erwin Eugster