Emmishofen

Ehem. Munizipal- und Ortsgem. TG, polit. Gem. Kreuzlingen (seit 1928), Bez. Kreuzlingen. E. liegt am nördl. Hangfuss des Seerückens an der Hauptstrasse Konstanz-Frauenfeld. 1159 Eminshoven. 1850 695 Einw.; 1880 1'153; 1900 1'558; 1920 1'646. Im FrühMA gehörte das am Jakobsweg gelegene E. dem Bf. von Konstanz (Bischofshöri). Ab 1500 zählte es zu den sog. Hohen Gerichten, die dem eidg. Landvogt im Thurgau direkt unterstanden. Um 1700 kam das Niedergericht als Afterlehen an die Landschreiberfamilie von Reding, in deren Besitz es bis 1798 verblieb. E. und Bernrain lagen ursprünglich in der Konstanzer Pfarrei St. Stephan. Nach der Reformation kehrte E. 1548 zum alten Glauben zurück. Die kath. Kirchgemeinde E. entstand im 19. Jh. schrittweise aus dem eidg. Teil der Pfarrei St. Stephan. 1803 erfolgte die Aufhebung des Stifts St. Stephan, 1818 die Auflösung des Filialverhältnisses, 1831 die Schaffung der kath. Kirchgemeinde E., der auch das Gebiet der evang. Kirchgemeinde Alterswilen (ohne Altishausen) zugeteilt wurde. 1831-1903 diente die Kapelle Bernrain als kath. Pfarrkirche (seit 1903 neue kath. Kirche St. Stephan). 1930 wurde die kath. Kirchgemeinde Kreuzlingen-E. gebildet. 1816 trennte sich die Ortsgemeinde E. von der Munizipalgemeinde Tägerwilen ab und bildete eine eigenständige Munizipalgemeinde. 1870 wurden die Orts- und Munizipalgemeinde E., die räumlich identisch waren, zur Einheitsgemeinde E. zusammengelegt, die sich 1928 mit der polit. Gem. Kreuzlingen vereinigte. Im 19. Jh. betrieben die Einwohner v.a. Acker- und Weinbau. Mit der Fabrik für Pyrotechnik 1840 und dem Aluminiumfolienwalzwerk Robert Viktor Nehers 1910 liessen sich erste Industrien in E. nieder.


Literatur
– F.X.C. Staiger, E., 1876
Kreuzlinger Mosaik, 1991

Autorin/Autor: Verena Rothenbühler