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Jacometti, Nesto

geboren 24.3.1898 (Ernesto) Locarno,gestorben 3.12.1973 Locarno, Italiener, ab 1913 von Locarno. Sohn des Angelo, Mühlenbesitzers, und der Disolina geb. Malgarini. ∞ 1923 Maria Muheim, in Andermatt. 1928 verliess J. Frau und Kinder und liess sich in Paris nieder. Als Poet unter den Künstlern von Montparnasse schrieb er für Kunstzeitschriften und organisierte Ausstellungen. 1939 siedelte er nach Genf über, wo er in Radiosendungen mitwirkte, für versch. Zeitungen schrieb und im Schweiz. Verkehrsbüro arbeitete. 1949 gründete er zusammen mit Pierre Cailler "La Guilde internationale de la gravure" und 1955, diesmal allein, "L'Œuvre gravée" - zwei verleger. Unternehmen, die zur Erneuerung der Druckgrafik beitrugen und die bedeutendsten Künstler des 20. Jh. bekannt machten (Serge Poliakoff, Zoran Music, Alfred Manessier, Hans Erni). 1949 kehrte er nach Locarno zurück. Dort arbeitete J. mit Virgilio Gilardoni zusammen und vermachte der Stadt fast alle seine Editionen und Hunderte von Originaldrucken, die in der dortigen Pinacoteca comunale Casa Rusca aufbewahrt werden. 1953 erhielt er an der Biennale von Venedig für seinen Beitrag zur Kunstgeschichte den Grossen Preis der Kritik.


Literatur
– B. Wyder, Lascito Nesto J., Ausstellungskat. Locarno, 2 Bde., 1994

Autorin/Autor: Pierre Chessex / GL