Bernays, Paul

geboren 17.10.1888 London,gestorben 18.9.1977 Zürich, isr., von Zürich. Sohn des Julius, Kaufmanns. Ledig. 1895-1907 Köln. Gymnasium Berlin, 1908-12 Stud. in Mathematik, Philosophie und theoret. Physik in Berlin und Göttingen. 1912 Promotion. 1913-17 (Rücktritt 1919) PD an Univ. Zürich. 1918 Habilitation über Aussagenlogik. Rückkehr nach Göttingen auf Ansuchen David Hilberts, dort 1919 PD, 1922-33 ao. Prof., als Nicht-Arier entlassen, 1934 Rückkehr in die Schweiz. 1939-45 PD, 1945-59 ao. Prof. für höhere Mathematik an der ETH Zürich. Seine akadem. Stellung entsprach nicht seiner wiss. Bedeutung als einer der wichtigsten mathemat. Logiker des 20. Jh. V.a. erwähnenswert sind seine Leistungen für die mathemat. Grundlagenforschung als Verfasser der "Grundlagen der Mathematik" (zusammen mit Hilbert, 2 Bde. 1934-39). Sein Hauptwerk stellt das in der Axiomatisierung der Mengenlehre wichtige "A System of Axiomatic Set Theory" (7 Bde. 1937-54) dar; B.s Unterscheidung von Mengen und Klassen wurde Allgemeingut (B.-Gödel'sche Mengenlehre). B. verfasste verschiedene philosoph. Schriften (u.a. "Abhandlungen zur Philosophie der Mathematik", 1976) und war Mitbegründer der Internat. Gesellschaft zur Pflege der Logik und Philosophie der Wissenschaften 1946 in Zürich sowie der Zeitschrift "Dialectica". Zahlreiche Ehrungen (u.a. Dr. h.c. Univ. München 1976).


Archive
– WHS, Nachlass
Literatur
Sets and Classes, hg. von G. Müller, 1976, (mit Werkverz.)
– H. Lauener, «Paul B.», in Zs.f. allg. Wissenschaftstheorie, Nr. 9, 1978, 13-20
BHE 2, 96
Hs. und Autographen der ETH-BIB, Bd. 66, 1986
The Hutchinson Dictionary of Scientific Biography, 1994, 60

Autorin/Autor: Thomas Fuchs