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Tussaud, Marie

getauft 7.12.1761 (Anna Maria Grosholtz) Strassburg, gestorben 15.4.1850 London, kath., aus Strassburg. Tochter des Johann Joseph Grosholtz, Söldners, und der Anna Maria Walder. ∞ 1795 François T., aus Mâcon (Burgund). Die Jahre 1763-67 verbrachte T. angeblich in Bern, wo ihre Mutter Haushälterin von Philippe Curtius gewesen sein soll. 1767 folgten Mutter und Tochter Curtius nach Paris, der dort erfolgreich einen Salon de Cire (Wachsmuseum) betrieb; von ihm lernte T. das Modellieren in Wachs. Ab den späten 1770er Jahren modellierte sie Prominente, in der Revolutionszeit dann auch die abgeschlagenen Köpfe bekannter Hingerichteter (z.B. den von Robespierre). Als Curtius 1794 starb, erbte sie dessen Wachsfigurenkabinett. Von 1802 an zog sie mit einer wandernden Wachsfigurenausstellung durch England, Schottland und Irland. 1835 eröffnete sie in London eine ständige Ausstellung, die noch besteht. Die in den Memoiren T.s 1838 veröffentlichten Behauptungen, sie sei in Bern geboren, ihre Mutter sei eine Schweizer Pfarrerstochter und Curtius ihr Schweizer Onkel gewesen, haben sich erst durch neuere Forschungen als falsch erwiesen.


Literatur
– G. Wittkop-Ménardeau, Madame T., 1973
– T. Ransom, Madame T., 2003
– K. Berridge, Waxing Mythical, 2006

Autorin/Autor: Christian Baertschi