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Göhner, Ernst

geboren 28.2.1900 Zürich, gestorben 24.11.1971 Risch, ref., von Zürich. Sohn des Gottlieb, Glasermeisters. ∞ 1) Amelia Burkard, 2) Sylvia Fricsay. Nach der Realschule und einer Glaserlehre übernahm G. 1920 das väterl. Geschäft. Er begann mit der Herstellung von genormten Türen und Fenstern, 1922 wagte er den Schritt zum Bauunternehmer. 1932 gründete er in Altstätten eine Türen- und Fensterfabrik. 1935 wandelte er sein ständig wachsendes Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Die Glaser-, Schreiner- und Parkettarbeiten für die Bauten liess er von eigenen Firmen besorgen. Nach dem 2. Weltkrieg begann er mit dem Bau vorfabrizierter Häuser, als Bauherr und Generalunternehmer wurde er auch im Ausland tätig (u.a. in Toronto, München und Berlin). Sein Stammbetrieb wurde durch den Erwerb weiterer Unternehmen zu einem internat. Konzern (u.a. Beteiligung an Reedereien, Transportgesellschaften, Autofirmen). Eng befreundet war G. mit Gottlieb Duttweiler und Jean Vannini, seinem langjährigen Geschäftspartner. Kinderlos geblieben, verkaufte er 1971 einen grossen Teil seines weit verzweigten Unternehmens für 170 Mio. Fr. der Elektrowatt AG. Das Geld floss in die Ernst-Göhner-Stiftung für gemeinnützige Zwecke. Mit der Elementarbauweise verlieh G. der Schweizer Bauwirtschaft wichtige Impulse zur Rationalisierung. Seine Grossüberbauungen u.a. in Greifensee und Volketswil ("Göhnerswil") sind typ. Beispiele des "Bauwirtschaftsfunktionalismus" der 1950er und 60er Jahre.


Literatur
NZZ, 26.11.1971
– H. Bachmann et al., "Göhnerswil", 1972
– A.A. Häsler, Einer muss es tun, 1981
– S. Widmer, Ernst G., 1990

Autorin/Autor: Peter Müller