No 1

Ganz, Abraham

geboren 6.11.1814 Embrach, gestorben 15.12.1867 Budapest (Selbsttötung), ref., von Embrach, 1863 Ehrenbürger von Buda. Sohn des Johann Ulrich, Lehrers, und der Katharina geb. Rämi. ∞ 1849 Josepha Heisz, Tochter des Lorenz, Messerschmieds, aus Pest. Nach einer Eisengiesser-Lehre bei Escher Wyss in Zürich und Gesellenjahren in der Schweiz, Frankreich und Wien leitete G. von 1841 an die Giesserei der Josefsmühle in Pest, bis er 1845 in Buda eine eigene Giesserei gründete. Nach einem Rückschlag - sein Besitz wurde teilweise vom österr. Kriegsgericht konfisziert, weil er für die ungar. Freiheitskämpfer von 1848 Waffen hergestellt hatte - gelang ihm mit der Entwicklung eines besonders langlebigen Schalengussrads für Eisenbahnen um 1853 der Durchbruch. Dieses Rad, das bis 1867 an 59 Eisenbahngesellschaften in Mittel-, Süd- und Osteuropa geliefert wurde, machte G. zum begüterten Grossindustriellen (Palast am Donau-Quai). 1863 verlieh ihm Ks. Franz Joseph I. das Goldene Verdienstkreuz, 1865 den Leopold-Orden. Die Firma Abraham Ganz, die auch mit dem 1883-84 konstruierten Wechselstromtransformator viel Ruhm erntete, wurde 1910 mit den Danubius-Schiffsbauwerken vereinigt. 1959 ging sie im bedeutenden Unternehmenskomplex Ganz-Mavag auf.


Literatur
– J. Berlász, «Abraham G.», in ZTb 1967, 1966, 110-125
– L. Arato, M. Schnyder, «Abraham G.», in Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 25, 1971, 9-44

Autorin/Autor: Ueli Müller