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Heusser, Jakob

geboren 3.3.1862 Irgenhausen (Gem. Pfäffikon ZH), gestorben 23.8.1941 Uster, ref., von Pfäffikon und ab 1917 Ehrenbürger von Uster. Sohn des Caspar ( -> 1). ∞ 1889 Berta Staub, Tochter des Emil, Gerbereibesitzers, von Männedorf. 1877-79 Industrieschule in Zürich, danach prakt. und kaufmänn. Ausbildung im väterl. Betrieb, 1880-82 Aufenthalte in Lyon und 1882-83 in England. 1883-97 leitete H. als Handelskaufmann den väterl. Betrieb in Bubikon (ab 1897 selbstständig). Ab 1900 war er Textilindustrieller in Uster: 1900 kaufte er die Boller'sche Spinnerei (gegr. von Heinrich Kunz) in Uster, baute sie aus und produzierte Qualitätsgarne. 1910 erbte er die väterl. Fabriken, 1917 erwarb er die Spinnerei Huber in Uster (1928 modernisiert), 1919 die Aktienmehrheit der Textilfabrik Schiesser AG mit Fabriken in Radolfzell (Baden, D) und Kreuzlingen und 1929 die Baumwollspinnerei und -weberei in Wettingen (gegründet von Johannes Wild), die er ebenfalls modernisierte. Ausserdem beteiligte sich H. an der Autofabrik Turicum und erwarb 1918 die Aktienmehrheit der Fabrik für electrische Geräte von Alfred Zellweger (heute Zellweger Uster AG). Beteiligt war er ferner an der Aluminiumindustrie AG (heute Alusuisse), deren Verwaltungsratsdelegierter er 1924-39 war. 1918-39 sass er auch im Verwaltungsrat der Maschinenfabrik Rieter. Sein Engagement in der Terpena AG zur Herstellung von künstl. Kampfer gefährdete Anfang der 1930er Jahre das Gesamtunternehmen (1949 liquidiert). 1938 wurden H.s Unternehmungen in der Heusser-Staub AG (Spinnereien ohne Wettingen) und in der Hesta (He[usser]-Sta[ub]), einer Holding der übrigen Firmen, zusammengefasst. H. entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit zum bedeutendsten Industriellen des Zürcher Oberlandes (1900 ca. 60 Arbeiter, ca. 10'000 kg Garn pro Jahr; 1950 230 Arbeiter, 50'000-60'000 kg Garn pro Jahr). Er unterstützte mit seiner Frau Berta in grosszügigen Stiftungen Projekte der Arbeiterfürsorge. 1917 schenkte er das von ihm erworbene und renovierte Schloss Uster mit einer Hauswirtschaftsschule der Stadt.


Literatur
– H.U. Rentsch, «Jakob H.-Staub (1862-1941)», in Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 51, 1988

Autorin/Autor: Markus Bürgi