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Ritz, Cäsar

geboren 23.2.1850 Niederwald,gestorben 26.10.1918 Küssnacht (SZ), kath., von Niederwald. Sohn des Anton, Bergbauern und Gemeindepräs., und der Maria Creszentia geb. Heimen. ∞ 1888 Marie-Louise Beck, Tochter des Jean Baptiste Charles, Hoteliers. Industrieschule in Sitten, abgebrochene Gastgewerbelehre in Brig. Während der Weltausstellung in Paris 1867 zunächst Schankbursche, dann Oberkellner. Vollendung der Ausbildung im berühmten Pariser Restaurant Voisin. An der Weltausstellung in Wien 1873 bediente R. europ. Monarchen und Spitzenpolitiker um Ks. Franz Joseph. 1874-87 leitete er im Sommer zunächst das Kulmhotel auf der Rigi, ab 1877 das Hotel National in Luzern und führte im Herbst und Winter renommierte Häuser in Nizza, San Remo und Monte Carlo. 1880 begann im Grand Hôtel in Monte Carlo seine Zusammenarbeit mit dem franz. Meisterkoch Auguste Escoffier. 1887 erwarb R. mit dem Hotel De la Conversation in Baden-Baden den ersten eigenen Betrieb. Es folgten in rascher Folge weitere Hotelübernahmen, -beteiligungen und ­gründungen in ganz Europa. 1896 gründete R. die Ritz Hotel Development Company, um weitere Luxushotels zu bauen, etwa 1898 das Ritz in Paris oder 1899 das Carlton in London. Nach einem Zusammenbruch 1902 hinderte ihn eine depressive Neurose bis zum Tod an weiterer Arbeit. R. gilt als Schöpfer des internat. Luxushotels für eine kosmopolit. Kundschaft.


Literatur
– M.-L. Ritz, Cäsar R., [1939], (engl. 1938)
– L. Mettler, Cäsar und Marie-Louise R., 2001
NDB 21, 672 f.

Autorin/Autor: Bernard Truffer