04/08/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat (SWTR)

Der in den 1960er Jahren einsetzende Wandel von der Eliteuniversität zur Massenhochschule sowie die rasante Entwicklung von Naturwissenschaft und Medizin machten eine finanzielle Beteiligung des Bundes an den kantonalen Universitäten unumgänglich. Das Parlament stimmte 1965 der entsprechenden Vorlage zu, der Bundesrat benötigte aber fortan ein oberstes ständiges Konsultativorgan für alle Fragen der Hochschul- und Forschungspolitik (Forschung), das er sich im gleichen Jahr mit dem Schweiz. Wissenschaftsrat (SWR) schuf. In dem 1968 erlassenen Hochschulgesetz (Art. 18) gab er diesem die gesetzl. Verankerung und umschrieb dessen Aufgabenbereich: Der SWR beschafft und überprüft die Grundlagen für eine gesamtschweiz. Wissenschafts- und Forschungspolitik und schlägt dem Bundesrat die zu ihrer Verwirklichung nötigen Massnahmen vor. Der in den 1990er Jahren auf 20 vom Bundesrat gewählte Mitglieder beschränkte SWR hatte sich vier Leitungsausschüsse geschaffen (für Forschungs-, Hochschul-, Technologiepolitik sowie forschungspolit. Früherkennung).

Im Jahre 2000 wurde der SWR in Schweiz. Wissenschafts- und Technologierat (SWTR) umbenannt und reorganisiert. Die Zahl der Ratsmitglieder reduzierte man auf zehn bis fünfzehn, die Leitungsausschüsse wurden abgeschafft. Die gesetzl. Grundlage bildet das Bundesgesetz über die Forschung von 1983 (revidiert 1999, Art. 5a). Zu den wichtigsten Aufgaben des SWTR gehören die jeweils für eine vierjährige Periode geltenden "Ziele der schweiz. Forschungspolitik", die Evaluation einzelner Disziplinen oder ganzer Gruppen und Institutionen, Stellungnahmen zu aktuellen Fragen und das technology assessment. Letztere Aufgabe nimmt besonders das 1992 gegründete und dem SWTR angegliederte Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung in Bern wahr.


Quellen
Jahresber. des SWR bzw. SWTR, 1965-
Literatur
– C. Pfaff, «Die Anfänge des SWR», in Passé pluriel, hg. von B. Prongué et al., 1991, 491-501

Autorin/Autor: Carl Pfaff