Bapteur, Jean

Zwischen 1427 (in Genf) und 1458 (in Morges) belegt, vielleicht von Freiburg. Auch Jean le peintre genannt. Der in Genf lebende B. war Künstler am Hofe von Hzg. Amadeus VIII. von Savoyen und später von dessen Sohn Ludwig. Als Dekorationsmaler entwarf er Vorlagen für Tapisserien und Totentücher, dekorierte Lanzen, Prunkwagen und -barken, versah Schilder, Standarten und liturg. Gegenstände mit Wappenbildern, schuf Kostüme, Masken und Theaterrequisiten. Er vergoldete und bemalte Statuen polychrom, u.a. auch einen hl. Felix und einen hl. Mauritius für die bischöfl. Residenz in Genf, wo er ab den 1440er Jahren wohnte. Auf dem Gebiet der Wandmalerei führte er die Wappen Savoyens auf Stadttoren aus (1453 Freiburg). V.a. aber illuminierte B. in Zusammenarbeit mit Péronet Lamy den ersten Teil der Handschrift der Apokalypse, die heute im Kloster S. Lorenzo de El Escorial nordwestl. von Madrid aufbewahrt wird und 1490 von Jean Colombe zu Ende geführt wurde. Der B. zugeschriebene Teil wurde zwischen 1428 und 1435 ausgeführt. Der Stil verrät eine Ausbildung in Frankreich und Flandern, ist allerdings auch durch den Italienaufenthalt B.s 1427 beeinflusst.


Literatur
– S. Edmunds, «New Light on B. and Lamy», in Atti dell'Accademia delle Scienze di Torino 102, 1968, 501-550
– S. Edmunds, «Jean B. et l'Apocalypse de l'Escorial», in Les Manuscrits enluminés des comtes et ducs de Savoie, 1990, 92-104
Stalles de la Savoie médiévale, Ausstellungskat. Genf, 1991, 23-27
Kdm VD 5, 60, 298

Autorin/Autor: Philippe Broillet, Nicolas Schätti / MS