Ittingersturm

Die Gefangennahme des ref. Pfarrers Johannes Oechsli in Burg bei Stein am Rhein durch den kath. Landvogt im Thurgau, den Schwyzer Josef Amberg, aktivierte das Schutzbündnis der Gem. Stammheim, Waltalingen, Nussbaumen, Burg und Stein am Rhein. Tausende strömten an die Thur und dann zur Kartause Ittingen, wo sich die gereizte religiöse Stimmung und die soziale Unzufriedenheit der Bauern am 18. und 19.7.1524 entluden. Das Kloster wurde innert zweier Tage zerstört. Der I. führte zu einem erbitterten Streit unter den eidg. Orten. Nur mit Mühe wurde ein Krieg verhindert. Drei angebl. Anführer, Untervogt Hans Wirth aus Stammheim und sein Sohn Hans sowie Untervogt Burkhart Rüttimann aus Nussbaumen wurden trotz Protest Zürichs von den übrigen Tagsatzungsgesandten verurteilt und am 28. Sept. hingerichtet. Erst 1550 war die Kartause wieder aufgebaut. Der I. war ein Vorbote zum oberdt. Bauernkrieg von 1525.


Literatur
– F. Günther, Der dt. Bauernkrieg, 101975, 96
– P. Kamber, Der Ittinger Sturm, 1997

Autorin/Autor: Margrit Früh