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Isler, Johann Luzius

geboren 4.8.1810 Davos, gestorben 20.9.1877 St. Petersburg, ref., von Davos. Sohn des Johannes, Zuckerbäckers, und der Miertha geb. Ambühl. ∞ 1832 Johanna Dorothea Riz à Porta, von Guarda. Während der Hungerjahre 1816-17 zog I. mit seinen Eltern nach St. Petersburg, wo sein Vater bereits 1818 starb. Beim Stiefvater Hans Ulrich Auer in St. Petersburg machte er eine Konditorlehre und arbeitete dann als Geselle bei versch. Bündner Zuckerbäckern und Cafétiers. 1836 erwarb er vom Davoser Christian Ambühl ein Geschäft, das er als Café-Restaurant führte. I.s steile Karriere als Vergnügungsunternehmer in St. Petersburg begann 1843 mit der Eröffnung des Tivoli-Parks in Poljustrovo (in der Nähe von St. Petersburg) und 1848 mit der Eröffnung der Isler'schen Mineralwasser-Anstalt, einer Parkanlage im Nordwesten der Stadt, in der sich bis zu 10'000 Besucher vergnügten und verköstigten. Im Zentrum besass er auch eine Badeanstalt. Brände und schlechte Konjunkturen brachten jedoch sein Imperium zum Einsturz.


Werke
Polnyj konditer (dt.: Der vollendete Konditor), 1853
Literatur
– R. Bühler, «Von der Konditorei zum Vergnügungspark», in BM, 1994, 274-282

Autorin/Autor: Roman Bühler