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Neveu, Franz Xaver von

geboren 26.2.1749 Schloss Birseck (Gem. Arlesheim), gestorben 23.8.1828 Offenburg (Baden, D), kath., aus Offenburg. Sohn des Franz Karl Ignaz, Landvogts zu Schliengen und Birseck, und der Maria Sophia Reuttner von Weil. Bruder von Franz Konrad ( -> 1) und Joseph Wilhelm ( -> 3). Nach dem Besuch des Jesuitenkollegs Pruntrut (1762-69) studierte N. Theologie in Strassburg, wurde 1777 zum Priester geweiht und übernahm von seinem Onkel die reiche Pfarrstelle in Offenburg. 1789 wurde er Basler Domherr in Arlesheim. 1794 wählte ihn das aus Arlesheim geflohene Domkapitel in Freiburg i.Br. als Nachfolger von Franz Joseph Sigismund von Roggenbach zum Fürstbf. von Basel. Von Konstanz, ab 1796 von St. Urban aus regierte er die 1792 von Frankreich nicht besetzten Teile des Fürstbistums (Südjura, Schliengen). Nach der Besetzung des südl. Teils des Fürstbistums im Dez. 1797 floh N. nach Wien. Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde das Fürstbistum Basel reichsrechtlich säkularisiert; N. erhielt eine grosszügige Pension und kehrte nach Offenburg zurück. Bis zum Lebensende verwaltete er von Offenburg aus die wenigen noch verbliebenen Pfarreien der Diözese Basel südlich des Rheins und setzte alles daran, sein Bistum zu retten. 1814-15 wurden ihm das an die Schweiz gefallene ehem. Fürstbistum, der Kt. Solothurn und die kath. Pfarrei von Basel unterstellt. Der Versuch, vom Wiener Kongress die Wiederherstellung der weltl. Herrschaft und die Bildung eines eigenen Kantons zu erwirken, scheiterte. An den Diözesanverhandlungen, die ab 1815 zwischen dem Nuntius in Luzern und den Kantonsregierungen geführt wurden und 1828 in die Neuumschreibung des Bistums Basel mündeten, hatte N. keinen Anteil mehr. N. trug dank seiner Hartnäckigkeit, seiner bedingungslosen Hinwendung zum Hl. Stuhl und seiner Langlebigkeit wesentlich zur Erhaltung des Bistums Basel bei.


Literatur
– M. Jorio, Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792-1815), 1982
– Gatz, Bischöfe 1803, 533-535

Autorin/Autor: Marco Jorio