Ocourt

Ehem. polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut, seit 2009 Teil der polit. Gem. Clos du Doubs mit Epauvillers, Epiquerez, Montenol, Montmelon, Saint-Ursanne und Seleute. Die Gem. umfasste die Dörfer O. und Montvoie (seit 1882) sowie die Weiler La Motte und Monturban. Zollposten an der Strasse von Saint-Ursanne nach Saint-Hyppolyte (Doubs). 1139 Oscurt (Kopie von 1179), 1210 Hoscort. 1818 334 Einw.; 1850 (mit Montvoie) 381; 1900 244; 1950 214; 2000 132. O. war bis 1793 im Besitz des Kapitels von Saint-Ursanne (Fürstbistum Basel) und unter franz. Verwaltung Teil des Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin. 1815-1978 gehörte es zum Kt. Bern. Die alte Pfarrei von O.-La Motte versah bis 1850 den Kirchendienst für das jenseits der Landesgrenze gelegene Bremoncourt (Doubs) und wurde 1874-1935 Saint-Ursanne unterstellt. Die am Ufer des Doubs zwischen O. und La Motte stehende, 1139 erw. Kirche Saint-Valbert wurde 1636-41 neu errichtet und später mehrmals restauriert und umgestaltet. Eine Schmiede ist in der 2. Hälfte des 16. Jh. belegt. Seit 1836 hat das Dorf den Status einer Gemischten Gemeinde. Es lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft; der 1. Sektor stellte 2005 100% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Dank seiner reizvollen Lage hat sich O. zu einem Ferien- und Erholungsgebiet mit Campingplatz und Zweitwohnungen entwickelt.


Literatur
– F. Chèvre, Histoire de St-Ursanne, du chapitre, de la ville et de la prévôté de ce nom, 1887, 834-849, (Nachdr. 1981)
Saint-Ursanne et le Clos du Doubs, 1983

Autorin/Autor: Dominique Prongué / ALI