Montmelon

Ehemalige politische Gemeinde JU, Bezirk Pruntrut, seit 2009 mit Epauvillers, Epiquerez, Montenol, Ocourt, Saint-Ursanne und Seleute zur neuen Gemeinde Clos du Doubs vereinigt. Das im Clos du Doubs gelegene Gebiet von M. bestand aus versch. Enklaven: Die Weiler und Meierhöfe M.-Dessous, M.-Dessus und Ravines liegen am Doubs südlich von Saint-Ursanne, Sur-la-Croix und Outremont am Südhang des Lomont nördlich von Saint-Ursanne. Der Col de la Croix (789 m) verbindet den Clos du Doubs mit der Ajoie. 1373 Momolon. 1818 244 Einw.; 1850 246; 1900 212; 1950 167; 2000 92. M. war eine Herrschaft (courtine) des Kapitels Saint-Ursanne, die auf dem Gemeindegebiet vier Leihegüter besass. Die Siedlung gehörte zur Propstei Saint-Ursanne (Fürstbistum Basel), dann zum französischen Dep. Mont-Terrible, 1793-1813 zum Dep. Haut-Rhin und 1815-1978 zum Kt. Bern (Oberamt bzw. Amtsbez. Pruntrut). Kirchgenössig waren die Bewohner von M. stets nach Saint-Ursanne. Im Ancien Régime waren sie mit Saint-Ursanne verburgrechtet. M. wurde 1637 von den Schweden verwüstet und Ende des 17. Jh. wieder besiedelt. Seit 1836 hat das Dorf den Status einer Gemischten Gemeinde. Die Bewohner lebten auch Anfang des 21. Jh. v.a. von der Landwirtschaft.


Literatur
– F. Chèvre, Histoire de St-Ursanne, du chapitre, de la ville et de la prévôté de ce nom, 1887, 798-808, (Neudr. 1981)
Saint-Ursanne et le Clos du Doubs, 1983

Autorin/Autor: Dominique Prongué / BE