Grafenried

Ehemalige politische Gemeinde BE, Amtsbezirk Fraubrunnen, Verwaltungskreis Bern-Mittelland, seit 2014 Teil der Gemeinde Fraubrunnen. Auf dem östl. Rapperswiler Plateau gelegen, umfasst Grafenried das gleichnamige Dorf sowie die im 16. Jh. entstandenen Weiler Buchhof und Binel. 1258 Gravenriet, 1262 Riede. 1764 262 Einw.; 1850 640; 1900 556; 1950 692; 2000 899. Hallstätt. Grabhügel im Eichsberg, evtl. ein röm. Gutshof sowie eine spätma. Wüstung bei Wille/Wittenberg, spätma. Wasserversorgung im Dorf. Güter, Gericht und Kirchensatz, einst Besitz der Gf. von Thierstein, wurden im 13. Jh. vom Kloster Fraubrunnen erworben. Mit diesem kam G. in der Reformation 1528 zur bern. Landvogtei Fraubrunnen im Landgericht Zollikofen. Im 7. oder 8. Jh. entstand über einem nachröm. Grabbau eine erste Saalkirche (heutiger Bau von 1748) ausserhalb des Dorfes an der Strasse nach Fraubrunnen. 1258 vom Kloster erworben, wurde sie 1535 Pfarrkirche beider Gemeinden. Im 19. Jh. kam zum Kornbau Vieh- und Milchwirtschaft (Käserei 1848). 1933-35 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Trotz Station (1916) an der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn (heute Regionalverkehr Bern-Solothurn) blieb das Dorf bäuerlich-kleingewerblich geprägt. Nach 1970 entwickelte sich Industrie (Autoverwertung, Metall-Stahlbau, Holzwarenfabrik); ab 1976 wurden die Neuquartiere Bachtelen und Sinfonia angelegt.


Literatur
– P. Zryd, G. z.Z. der Dreifelderwirtschaft, 1942
– K. Aerni et al., Das Versorgungsgebiet der Elektra Fraubrunnen, 1979
– H. Schneeberger, Bauinventar der Gem. G., 2001

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler