27/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Montignez

Ehem. polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut, die sich 2009 mit den Gem. Courtemaîche und Buix zur Gem. Basse-Allaine zusammenschloss. M. liegt abseits der Achse Pruntrut-Delle auf einer fruchtbaren, von Wäldern umgebenen Ebene. Im Südwesten des Dorfes befindet sich Grandgourt, ein Weiler und ehem. Priorat. 731 Montaniaco. 1818 245 Einw.; 1850 357; 1870 407; 1900 318; 1950 356; 2000 249. Im Chor der Kirche St. Martin wurde ein monolith. Sarkophag aus der Merowingerzeit entdeckt. Die Abtei Bellelay besass im Ort bedeutende Leihegüter. M. gehörte zur Kastvogtei Ajoie, die Ende des 13. Jh. ins Bistum Basel integriert wurde. Im Ancien Régime war die Gem. Teil des Meieramts Cœuve. 1793-1813 gehörte sie zu den franz. Departementen Mont-Terrible und Haut-Rhin, dann zum Kt. Bern (1815-1978 Oberamt bzw. Amtsbez. Pruntrut). Ab 1836 war M. eine Gemischte Gemeinde. Die alte Pfarrei verblieb bis 1779 in der Diözese Besançon, die Kirche stammt aus dem 18. Jh. Mehrere Fachwerkhäuser verweisen auf die Nähe zum Elsass. Eine bescheidene Industrialisierung setzte Ende 19. Jh. ein mit der Ansiedlung eines Uhrmacherbetriebs und der Gründung einer Fabrik für Präzisionsinstrumente 1881. Auch zu Beginn des 21. Jh. behielt M. jedoch seinen landwirtschaftl. Charakter bei.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 2, 1863, 137-146, (Neudr. 1979)
– R. Ecabert, Das Herz der Gem. M., Ms., 1970

Autorin/Autor: Dominique Prongué / MS