Miécourt

Ehemalige politische Gemeinde JU, Bezirk Pruntrut, die sich 2009 mit Asuel, Charmoille, Fregiécourt und Pleujouse zur Gemeinde La Baroche zusammenschloss. Dorf in der Ajoie, an der Strasse von Pruntrut nach Laufen, nahe der franz. Grenze gelegen. 866 Curtem que Mietiam, dt. früher Mieschdorf. 1818 534 Einw.; 1850 524; 1900 481; 1950 450; 2000 422. Burgruine der Adligen von M. aus dem 12. Jh. (Grabungen 1996-98). M. gehörte dem Bf. von Basel und ging 1386 an die Herren von Mörsberg, bei denen es bis 1468 blieb, und nicht an die de Montbéliard wie die restl. Ajoie. Die Abteien Lützel und Bellelay hatten in M. Güter; ab dem 14. Jh. besassen die Herren von Valangin, später die Gf. von Neuenburg in M. Leihegüter, mit denen 1626 die de Spechbach belehnt wurden. Nach der Rückkehr zum Fürstbistum Basel war M. bis 1792 Teil der Herrschaft Ajoie (im grossen Meieramt Alle), dann 1798-1813 der franz. Departemente Mont-Terrible und Haut-Rhin sowie 1815-1978 des Kt. Bern (Oberamt bzw. Amtsbez. Pruntrut). Seit 1836 ist M. eine Gemischte Gemeinde. Kirchlich gehörte M. bis 1611 zu La Baroche (Charmoille) und wurde dann eine eigene Pfarrei, deren Kollatur Lützel behielt. Die bemerkenswerte Kirche Nativité-de-la-Vierge wurde Ende des 18. Jh. neu errichtet; die ref. Kapelle stammt von 1909. M. wies wegen der Zuwanderung grosse deutschsprachige (1950 32%) und ref. (ab 1900 mehr als 30%, 2000 29,1%) Bevölkerungsteile auf. 48% der Stimmbürger sprachen sich im Plebiszit von 1974 gegen die Schaffung des Kt. Jura aus. Im 20. Jh. siedelten sich mehrere kleine Industrieunternehmen in dem landwirtschaftlich geprägten Dorf an. Eine 1995 gegr. Stiftung wurde Besitzerin des Schlosses und sichert dessen Restaurierung.


Literatur
– M. Chappatte, M. en Ajoie, 1953

Autorin/Autor: Dominique Prongué / CN