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Lugnez (JU)

Polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut. Im Osten der Ajoie, im Schnittpunkt von zwei nach Frankreich führenden Strassen gelegenes Dorf, mit einer dichter besiedelten, sich gegen Damphreux hin erstreckenden Südachse. 501-600 Lugduniaco, 1225 Lunigie. 1818 235 Einw.; 1850 292; 1900 273; 1950 275; 2000 227. Nordöstlich des Dorfes, in der Nähe der Kapelle Saint-Imier, stiess man auf Überreste einer röm. Villa. Im MA teilte L. das wechselvolle Schicksal der Vogtei Ajoie, die gegen Ende des 13. Jh. dem Fürstbistum Basel einverleibt wurde. Die Abtei Bellelay und das Kapitel von Moutier-Grandval besassen Leihegüter in L. Bis zum Ende des Ancien Régime gehörte das Dorf zur Mairie Cœuve, 1793-1814 zu den franz. Departementen Mont-Terrible und Haut-Rhin, 1815-1978 zum Oberamt bzw. bern. Amtsbezirk Pruntrut. 1836 wurde L. eine Commune mixte (Gemischte Gem.). Das Dorf war stets nach Damphreux pfarrgenössig. Der Überlieferung zufolge soll der hl. Himerius, Einsiedler des Tals der Schüss, der diesem seinen Namen gab, in L. geboren worden sein. Die ihm geweihte Wallfahrtskapelle wurde im Dreissigjährigen Krieg verwüstet, dann in mehreren Etappen (1700, 1830, 1873) wieder aufgebaut und 1969-70 renoviert. Im 19. Jh. wuchsen L. und Damphreux entlang des Flüsschen La Cœuvatte zusammen. Das Dorf ist landwirtschaftlich geprägt.


Literatur
– L. Vautrey Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 2, 1863, 72-93, (Neudr. 1979)

Autorin/Autor: Dominique Prongué / GL