Fontenais

Politische Gemeinde JU, Bezirk Pruntrut, seit 2013 mit Bressaucourt. F. liegt südlich von Pruntrut an den Quellen, die im 16. Jh. die Brunnen von Pruntrut gespiesen haben. Das Dorf erstreckt sich von einem kleinen Tal bis zu dessen Flanken, wo Wohnquartiere entstanden sind. Zu F. gehören nebst dem gleichnamigen Dorf der Weiler Villars-sur-F. sowie Einzelhöfe in der Umgebung. Unter den Hügeln von Le Chételat sollen sich die Reste einer Burg aus dem 11. Jh. verbergen. 1148 Fonteneis. 1809 423 Einw.; 1850 680; 1900 1'248; 1950 1'012; 2000 1'249. F. teilte das bewegte Los der Landvogtei Ajoie, die Ende des 13. Jh. zum Bistum Basel kam. Die alte Pfarrei F. gehörte bis 1779 zur Diözese Besançon, dann zur Diözese Basel. Die 1455 im Südwesten des Dorfes errichtete Kapelle Sainte-Croix war ein wichtiger Pilgerort der Ajoie. 1935 wurde die Kirche Saints-Pierre-et-Paul neu erbaut. Architektur und Ausstattung sind charakteristisch für die damals in der Westschweiz aktive Künstlergruppe Saint-Luc-et-Saint-Maurice. Das Schloss wurde 1740 für den fürstbischöfl. Arzt Jean Faber errichtet und es beherbergt die Gemeindeverwaltung. Im Ancien Régime gehörte die Gemeinde zum Meieramt Alle, 1793-1814 zu Frankreich (Dep. Mont-Terrible, dann Haut-Rhin) und 1815-1978 zum Kt. Bern. 1836 wurde F. eine Gemischte Gemeinde. Das Bevölkerungswachstum der vorher v.a. landwirtschaftlich geprägten Gemeinde wurde ab Mitte des 19. Jh. stark von der Uhrenindustrie beeinflusst, aber auch von ihrer Nähe zu Pruntrut, dessen Arbeitervorort F. lange war. 2000 waren mehr als zwei Drittel der werktätigen Bevölkerung ausserhalb der Gemeinde tätig, v.a. im 2. und 3. Sektor.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 2, 1863, 3-28, (Neudr. 1979)
– M. Voisard, F. la Rouge, 1995

Autorin/Autor: Dominique Prongué / BE