01/03/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Cornol

Polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut, an der Strasse von Les Rangiers. 1136 Coronotum. 1770 613 Einw.; 1818 674; 1850 786; 1900 1'145; 1930 789; 1950 831; 1970 855; 1980 708; 2000 797. Am Mont-Terri Siedlungsspuren von der Jungsteinzeit bis ins 17. Jh. Spätbronzezeitl. Funde in einer kleinen Höhle und eine unerforschte Fundstelle aus derselben Zeit. Die Abtei Lützel besass in C. ein Leihegut mit Zehntrecht (1136), das Chorherrenstift Saint-Ursanne die Zehnten und die Kirche Saint-Julien (1139). C. gehörte den Gf. von Pfirt, den Gf. von Montbéliard und zwischen 1271 und 1386 sowie ab 1461 dem Fürstbf. von Basel. Ende des 13. Jh. wurde es der Kastvogtei Ajoie angegliedert, im Ancien Régime dem Grossmeieramt Alle. 1793-1814 gehörte C. zuerst zum franz. Dep. Mont-Terrible, dann zum Dep. Haut-Rhin, 1815-1978 kam es zum bern. Oberamt bzw. zum späteren Amtsbez. Pruntrut. Seit 1836 hat C. den Status einer Commune mixte (Gemischte Gem.). Die Pfarrei gehörte bis 1779 zur Diözese Besançon, danach zu derjenigen von Basel. Von der ersten Pfarrkirche Saint-Julien (nach dem Dreissigjährigen Krieg Saint-Gilles) ist eine 1701 wieder aufgebaute Kapelle mit einem nicht datierbaren Sarkophag erhalten geblieben. Die 1785-86 neu errichtete Kapelle Saint-Vincent (ab 1147 erw.) wurde Pfarrkirche. Im 18. und 19. Jh. begann die Industrialisierung (Fayence, Uhrmacherei); nur wenige dieser Unternehmen bestanden bis ins 20. Jh.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 1, 1863, 142-158, (Neudr. 1979)
– L. Migy-Studer, «La chapelle Saint-Gilles et les églises de C.», in Actes SJE, 1970, 235-274

Autorin/Autor: Dominique Prongué / EM