06/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Charmoille

Polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut, im Tal der Allaine, die dort entspringt. Westlich des Dorfes liegt das ehem. Priorat Miserez. 1136 Calmillis. 1818 581 Einw.; 1850 599; 1870 627; 1900 512; 1950 544; 2000 426. Galloröm. Villa bei Miserez. Im MA gehörte C. zur Vogtei Ajoie, die gegen Ende des 13. Jh. ins Fürstbistum Basel integriert wurde. Den Edlen von C. entstammte Hugues, 1123-24 Mitgründer der Abtei Lützel. Im Ancien Régime gehörte C. zum Meieramt Alle, danach zum franz. Dep. Mont-Terrible und dann zum Dep. Haut-Rhin, 1815-1978 zum bern. Amtsbezirk Pruntrut. 1836 nahm C. den Status einer Commune mixte (Gemischten Gemeinde) an. Die Kirche St. Stephan unterstand 1145 der Abtei Lützel. Die Pfarrei C. oder Baroche war als einzige der Ajoie schon vor 1779 dem Bf. von Basel unterstellt. 1517 liess Bf. Christoph von Utenheim in C. einen Hochofen bauen, der zwei bis drei Jahre in Betrieb war. Zwei Basler erhielten 1525 die Konzession zur Fabrikation von Kanonenkugeln für die Zeughäuser von Basel, Bern und Solothurn. 1535 bestand das Unternehmen bereits nicht mehr. Ende 19. Jh. kam es zu ersten zaghaften industriellen Aktivitäten. Obstbau (Kirschbäume für die Produktion von Kirsch).


Literatur
– L. Vautrey Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 1, 1863, 78-108, (Neudr. 1979)
– M. Steiner, «La sidérurgie jurassienne aux XVIe et XVIIe siècles», in Actes SJE, 1985, 107-130

Autorin/Autor: Dominique Prongué / MF