Etzelkofen

Ehemalige politische Gemeinde BE, Amtsbezirk Fraubrunnen, Verwaltungskreis Bern-Mittelland, seit 2014 Teil der Gemeinde Fraubrunnen. Dorf auf dem Rapperswiler Plateau. 1302 villa Ezenchoven. 1764 152 Einw.; 1850 353; 1900 275; 1941 253; 1950 267; 2000 358. Das Dorf gehörte zur Herrschaft Messen, von der das Kloster Fraubrunnen im 14. Jh. Güter erwarb. 1373 erhob das Kloster deshalb Anspruch auf Twing und Bann in E., der aber Messen zugesprochen wurde. Hochgerichtlich unterstand E. dem kyburg., seit 1406 dem bern. Landgericht Zollikofen. Gestützt auf eine Schenkung von 1278 machte das Stift St. Ursen in Solothurn 1410 sein Recht auf die Herrschaft Messen geltend: 1412 fiel mit dieser auch das Niedergericht E. an Solothurn, nun als Teil der Vogtei Bucheggberg. Im Staatsvertrag von 1665 (Wynigervertrag) mit Solothurn kam E. schliesslich an Bern und zur Landvogtei Fraubrunnen (ab 1803 Oberamt Fraubrunnen), niedergerichtlich zum Vennergericht Mülchi. Die Bauernsame, 1373 erstmals rechtlich handelnd, privatisierte 1818 das Moos. 1939-47 Güter-, 1978 Waldzusammenlegung. Neben Ackerbau kam im 19. Jh. Milchwirtschaft auf (Käserei 1851). Noch heute dominiert die Landwirtschaft neben Gewerbe (Ziegelei 1967). E. verfügt über ein gut ausgebautes Strassennetz und liegt an der Postautolinie Messen-Jegenstorf. Seit 1982 Schulgemeindeverband mit Limpach und Mülchi.

Infolge der Zugehörigkeit zur solothurn. Kirchgemeinde Messen entstand 1833 die Einwohnergemeinde Bernisch-Messen mit den Orten E., Mülchi, Messen-Scheunen, Bangerten und Ruppoldsried, die am Kirchengut Messen zu zwei Dritteln teilhatten. 1921 Umbenennung in Gemeindeverband Bernisch-Messen, 1979 in Fürsorgeverband E. und Umgebung.


Literatur
– H.A. Michel, «E.», in BZGH 30, 1968, 87-128
150 Jahre Amtsersparniskasse Fraubrunnen, 1988
– I. Meili-Rigert, Bauinventar der Gem. E., 2003

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler