07/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bonfol

Polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut. Grosses Dorf an der Nordostecke der Ajoie, an der Grenze zu Frankreich (1914-18 begann die Front zwischen den Alliierten und Deutschland bei Le Largin). Nach der Überlieferung soll B. anstelle der in den Burgunderkriegen von Stephan von Hagenbach, einem Gefolgsmann Karls des Kühnen, zerstörten Dörfer B.-le-Vieux, Trunchéré und Vareroille entstanden sein. 1136 Bunfol, dt. früher Pumpfel. 1770 805 Einw.; 1850 1'263; 1900 1'340 (Bahnbau); 1950 1'017; 2000 679.

Ein frühma. Gräberfeld wurde 1885 bei Cras Chalet entdeckt. Im MA teilte B. die Geschicke der Vogtei Ajoie, die Ende des 13. Jh. zum Fürstbistum Basel kam. Im Ancien Régime gehörte die Gem. zum Meieramt Cœuve, 1792-1814 zu den franz. Departementen Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin, 1815-1978 zum bern. Oberamt bzw. Bez. Pruntrut. 1836 wurde B. zur Gemischten Gemeinde. Das Dorf gehörte kirchlich bis 1619 zu Damphreux. Danach bildete B. zusammen mit Vendlincourt eine Pfarrei, die bis 1779 Teil der Diözese Besançon war. Die Kirche Saint-Laurent entstand 1783-84. Das Bauerndorf ist v.a. durch seine Töpferei bekannt geworden, die Caquelons (feuerfeste Steingutpfannen) herstellte. Dieses Handwerk (1770 waren 24 der 123 Familienvorstände Töpfer) wurde ab 1912 durch die Fabrikproduktion abgelöst. Seit 1901 verbindet die Bahn B. mit Pruntrut. Dies hat die industrielle Diversifikation gefördert: Neben die Töpferei traten die Herstellung von kleinen Kugellagern und Uhrgehäusen (1914-18). 1990 waren 58% der in B. Erwerbstätigen im 2. Sektor beschäftigt. Die Etangs de B., 1497 erstmals erw. und 1751-54 vom Basler Fürstbischof als Fischweiher eingerichtet, stehen seit 1961 unter Naturschutz.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 1, 1863, 25-36, (Neudr. 1979)
– C. Ammann, A. Dubail, Die Gesch. der jurass.-elsäss. Eisenbahnlinie Porrentruy-B.-Pfetterhouse-Dannemarie, 1983

Autorin/Autor: Dominique Prongué / AZ