25/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Asuel

Polit. Gem. JU, Bez. Pruntrut. Die Gem. umfasst das Dorf A. nördl. des Passes Les Rangiers, dessen Kulminationspunkt (856 m) auf Gemeindegebiet liegt, die Hotels Les Rangiers und La Caquerelle sowie die Siedlung La Malcôte. 1136 Asuel, dt. ehem. Hasenburg. 1818 361 Einw.; 1850 444; 1900 373; 1950 278; 2000 216. Die Herrschaft A. war eines der vier Schwurlehen des Fürstbistums Basel. Die Herren von Hasenburg besassen die Kastvogtei über das Chorherrenstift Saint-Ursanne und das Patronatsrecht über das Priorat Miserez. 1241 hatte Burkhard von Hasenburg dem Fürstbf. von Basel gegen eine Leibrente alle seine Lehen und Güter überlassen. Das Geschlecht erlosch Ende des 15. Jh. Auf dem Felssporn, der das Dorf im Westen überragt, steht die Ruine der im 11. Jh. erbauten und im 16. Jh. verlassenen Hasenburg. Im Ancien Régime gehörte die Gem. zum Meieramt Alle in der Vogtei Ajoie, 1792-1815 zu den franz. Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin, 1815-1978 zum bern. Oberamt bzw. Amtsbez., seither zum Bez. Pruntrut. 1836 nahm A. den Status einer Commune mixte an. A. löste sich 1839, nach dem Bau der eigenen Kirche Saint-Etienne, kirchl. von der Pfarrei Charmoille. Vor der Eröffnung der Eisenbahnlinie 1877 war Les Rangiers einer der meistbefahrenen Pässe des Juras. Das waldreiche A. ist eine der grössten Gem. der Ajoie; bei La Malcôte wird ein Steinbruch ausgebeutet. Viele Erwerbstätige arbeiten auswärts, v.a. in Pruntrut.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et villages du Jura bernois 1, 1863, 8-14, (Neudr. 1979)

Autorin/Autor: Bernard Prongué / KMG