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Scheitlin, Oskar

geboren 13.2.1861 St. Gallen, gestorben 25.7.1924 Burgdorf, ref., von St. Gallen. Sohn des Jakob Sebastian, Seifensieders, und der Elisabetha Barbara geb. Engler. ∞ 1890 Clara Elisa Kunz, Tochter des Stefan, Weinhändlers in Burgdorf. Kaufmänn. Lehre bei der Leinenweberei Espinard in Lyon, Privatunterricht im Leinenweben, Handelskaufmann in Livorno. Ab den frühen 1880er Jahren war S. Mitarbeiter der Leinwandhandelsfirma Fankhauser in Burgdorf, die ab 1866 von den Brüdern Gottlieb, S.s Schwager, und Johann Ulrich Kappeler geführt wurde. Ab 1897 war S. zusammen mit seiner verwitweten Schwester Marie Kappeler-S. Inhaber der Firma Scheitlin & Cie. 1901 pachtete S. die Spinnerei und Weberei Rüderswil AG, bevor er sie 1906 kaufte. 1904 fusionierte die Scheitlin & Cie. mit den Worber Unternehmen Röthlisberger & Cie. und Kunstbleiche Dr. Stucki. 1913 führte S. seine Unternehmen unter dem Namen Vereinigte Leinenwebereien Worb & Scheitlin Cie. AG zusammen. Er hatte entscheidenden Anteil an der Mechanisierung versch. Leinenwebereien im Emmental. 1924 bestritt das Unternehmen zwei Drittel des schweiz. Leinenexportgeschäfts. Ab 1899 Sekr., 1910-24 Präs. des Verbands Schweiz. Leinenindustrieller, Verwaltungsrat der Holzwarenfabrik Oberburg und der Bank in Burgdorf. Kirchgemeinderat von Burgdorf.


Literatur
– F. Fankhauser, 300 Jahre Entwicklung einer Emmentaler Firma, 1630-1936, 1936

Autorin/Autor: Walter Thut