Muriaux

Polit. Gem. JU, Bez. Freiberge. Die Streusiedlung umfasst M. westlich der Strasse Saignelégier-Le Noirmont und u.a. die Weiler Les Emibois, Les Chenevières, Le Roselet, die Exklave Le Cerneux-Veusil zwischen den Gem. Saint-Imier und Les Breuleux sowie seit 2009 die ehem. Gem. Le Peuchapatte. 1301 Murival, dt. früher Spiegelberg. 1818 745 Einw.; 1850 801; 1900 908; 1950 530; 1970 392; 2000 430. Die Herren von M., auch von Spiegelberg genannt, liessen sich Anfang des 14. Jh. im Schloss nieder, das Conon de Pleujouse auf dem Grat der Sommêtres südwestlich des Dorfs M. errichtet hatte und das im Dreissigjährigen Krieg zerstört wurde. Vom 14. Jh. bis 1792 gehörte M. zur Herrschaft Freiberge des Bistums Basel, 1792-1813 zu den franz. Departementen Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin und 1815-1978 zum Kt. Bern (Oberamt bzw. Amtsbez. Freiberge). Mit Ausnahme von Le Roselet und Le Cerneux-Veusil, die zu Les Breuleux gehörten, war M. immer nach Saignelégier kirchgenössig. Seit dem Gemeindereglement von 1864 hat M. den Status einer Commune mixte (Gemischte Gem.). M. ist grösstenteils auf Ackerbau und Viehzucht ausgerichtet, die 2005 58% der Arbeitsplätze stellten. 1958 wurde die Stiftung für das Pferd in Le Roselet gegründet, 1988 in M. ein Automobilmuseum errichtet.


Literatur
– A. Daucourt, Dictionnaire historique des paroisses de l'ancien Evêché de Bâle 6, 1901, 87-103, (Nachdr. 1980)
– M. Jeanbourquin, «M. et son patrimoine architectural», in L'Hôtâ 3, 1980, 4-12
– J.-P. Prongué, La Franche Montagne de M. à la fin du Moyen Age, 2000

Autorin/Autor: François Kohler / MD