Genevez, Les

Polit. Gem. JU, Bez. Freiberge, die Les G. sowie mehrere Weiler umfasst, darunter Le Prédame und Les Vacheries. 1381 Les Geneveys. 1818 458 Einw.; 1850 665; 1900 733; 1950 556; 2000 516. 1284 und 1331 erteilte der Bf. von Basel dem Abt von Bellelay die Erlaubnis, auf dem Grundbesitz des Klosters Bauern anzusiedeln. Les G. gehörte bis 1792 zur Herrschaft (sog. courtine) von Bellelay, dann bis 1814 zur Raurach. Republik und den franz. Dep. Mont-Terrible und Haut-Rhin und von 1815 bis 1975 schliesslich zum bern. Oberamt bzw. zum Amtsbezirk Moutier. 1975 entschied sich die Gem. mit 223 gegen 6 Stimmen für die Zugehörigkeit zum Kt. Jura und wurde 1976 in den Bez. Freiberge eingegliedert. Les G. und Lajoux bildeten bis 1792 (sowie 1874-1907) gemeinsam die Pfarrei Lajoux-Madeleine, die nach der Schutzpatronin Maria Magdalena benannt war. Die im 14. Jh. zwischen Bellelay und Les G. erbaute Kirche wurde 1620 durch die Dorfkirche ersetzt, die 1935 wieder aufgebaut wurde. 1562 trat Bellelay Weiden und Wald an Les G. ab und beendete damit einen langwährenden Konflikt. Seit 1853 ist Les G. eine gemischte Gemeinde. Vieh-, Land- und Forstwirtschaft bildeten bis zum Aufkommen von Uhrenateliers im 19. Jh. die wichtigsten Erwerbsquellen. 2000 gehörte mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in der Gem. zum Sekundärsektor. 1981 wurde das Musée rural jurassien eingerichtet.


Literatur
– R. Pinot, Paysans et horlogers jurassiens, 1887, 1-187 (21979)
– M. Babey, Réhabilitation de l'habitat rural jurassien: le cas des Genevez, 1985

Autorin/Autor: Claude Rebetez / SK