Deisswil bei Münchenbuchsee

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Fraubrunnen. Das Strassendorf mit Einzelhöfen am Nordwesthang über dem Moosseetal gehört zu Kirchgem. und Gemeindeverband Münchenbuchsee. 1263 Teiswile. 1764 64 Einw.; 1850 115; 1900 129; 1930 94; 1950 100; 1970 72; 2000 87. Im Moos wurden Leistenziegel und evtl. ein Stück einer Römerstrasse entdeckt. D. gehörte im MA zur Herrschaft der Kommende Münchenbuchsee, zu ihrem Niedergericht und Kirchspiel, kam nach 1528 zur gleichnamigen Landvogtei und 1803 zum Amt Fraubrunnen. Das Zelgdorf war im Moos mit Nachbardörfern weidegenössig (Streitfälle 1490-1571, Teilung 1834). Mit ihnen betrieb es vom 18. Jh. an dessen Entsumpfung (Meliorationen 1917-20 und 1971-84). Der D. zugeteilte ehemals obrigkeitl. Wald wurde 1842 privatisiert. D. und Wiggiswil bilden seit 1802 eine Schulgem. und waren 1832-47 auch politisch vereint. Die Festlegung der gemeinsamen Grenze erfolgte nach jahrelangem Streit 1882. Bis 1915 erwogen kant. Stellen gegen den Willen beider Gem. deren Wiedervereinigung (heute gemeinsame Gemeindeverwaltung). Die bäuerl. Struktur der an der Autobahn Bern-Biel gelegenen Gem., die ein Kieswerk, keine Bauzone (Ortsbild von nationaler Bedeutung) und wenig Wegpendler hat, ist erhalten geblieben.


Literatur
– O. Häberli, Kleine Heimatkunde von Deisswil und Wiggiswil, 1961
– M. Flückiger, «Die Flur von Deisswil im Jahre 1784», in Der Mensch in der Landschaft, Fs. für G. Grosjean, hg. von K. Aerni et al., 1986, 235-253

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler