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Brown, Charles Eugen Lancelot

geboren 17.6.1863 Winterthur, gestorben 2.5.1924 Montagnola, brit. Staatsangehöriger, 1916 Ehrenbürger von Baden. Sohn des Charles ( -> 1). Bruder des Sidney William ( -> 3). ∞ 1) 1887 Amelie Nathan, aus Miloslawe Rosen (Preussen), 2) 1916 Hilda Goldschmid, aus Philadelphia (USA). Diplom in Maschinentechnik am Technikum Winterthur, Praktikum bei Bürgin & Alioth in Basel. B. trat 1884 in die spätere Maschinenfabrik Oerlikon ein und leitete 1887-91 deren elektrotechn. Abteilung. 1891 erzielte er, zusammen mit der Allg. Electrizitätsgesellschaft (AEG), mit einer Stromübertragung über 175 km anlässlich der elektrotechn. Ausstellung in Frankfurt den Durchbruch in der Wechselstromtechnik. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit Walter Boveri die Firma Brown, Boveri & Cie. (BBC, Asea Brown Boveri) in Baden. In den folgenden zehn Jahren erwarb B. für BBC über 30 schweiz. Patente. Darunter waren bahnbrechende Erfindungen wie der Ölschalter (1898) oder der zylindrische Rotor für Turbogeneratoren (1901). Nach der Umwandlung der BBC in eine AG war B. 1900-11 deren Verwaltungsratspräsident. Mit dem Wachstum von BBC wurde die Arbeit an der Unternehmensspitze immer kaufmännischer, was dem impulsiven und exzentrischen Tüftler nicht behagte. 1911 kam es zum Bruch zwischen den beiden Gründern. B. zog sich ganz ins Privatleben zurück und verbrachte den Lebensabend im Tessin (Montagnola). Als genialer Techniker reiht sich B. unter die ersten Namen der elektrotechn. Erfinder ein. Er wurde 1911 mit der Ehrendoktorwürde der Techn. Hochschule Karlsruhe ausgezeichnet.


Literatur
– N. Lang, Charles E.L. B. (1863-1924), Walter Boveri (1865-1924), 1992

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier