25/01/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Undervelier

Ehem. polit. Gem. JU, Bez. Delsberg, die 2013 mit Bassecourt, Courfaivre, Glovelier und Soulce zur Gem. Haute-Sorne fusionierte. U. liegt zwischen den zwei Sorne-Klusen am Fuss des Pichoux. 1179 Undreviller, dt. früher Underswiler. 1818 516 Einw.; 1850 646; 1870 707; 1900 497; 1910 570; 1950 432; 2000 321. Die im Norden des Dorfs gelegene Grotte der hl. Kolumba - ein v.a. während der mittleren Bronzezeit bewohntes Abri - wurde zu einem Wallfahrtsort, der Ende des 18. Jh. ausgebaut wurde. U. war eines der dreizehn freien Dörfer des Delsbergertals im Fürstbistum Basel. Unter franz. Herrschaft 1793-1814 gehörte es zum Dep. Mont-Terrible bzw. zum Dep. Haut-Rhin. 1815-1978 war U. Teil des Kt. Bern. Seit 1853 gibt es eine Einwohner- und eine Bürgergemeinde. Die Pfarrei ist seit dem 11. Jh. bezeugt. Die Kirche Saint-Erard wurde 1841-44 neu erbaut, der Kirchturm stammt von 1721. Die im 17. und 18. Jh. errichteten Gebäude bei Les Forges waren in die ab 1599 vom Fürstbf. von Basel gegr. Eisen- und Schmiedewerke eingegliedert. 1793 wurden diese privatisiert und 1880 geschlossen. Die Industriebauten bei Les Blanches-Fontaines aus dem Anfang des 20. Jh. beherbergten bis 1924 eine Uhrenfabrik sowie ein Elektrizitätswerk, das noch in Betrieb ist. Zu Beginn des 21. Jh. hat der 2. Sektor an Bedeutung eingebüsst. U. gehört zur 2003 geschaffenen Mikroregion Haute-Sorne.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 5, 1881, 613-647 (Neudr. 1979)

Autorin/Autor: François Kohler / MS