Soyhières

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg. Die Gem. umfasst das Dorf S. am linken Ufer der Birs und am rechten Ufer den Weiler Les Riedes-Dessus, der 1856 von Courroux abgetrennt worden war. Das Dorf liegt an der Kreuzung der Strassen- und Bahnverbindung Delsberg-Basel mit der Strasse via Neumühle Richtung Pfirt. 1102 Sougere, 1136 Sohires, 1212 Sogron; dt. früher Saugern. 1818 190 Einw.; 1850 279; 1900 507; 1950 570; 1980 413; 2000 500. Im Schloss, dessen Ruine auf einem Felssporn südlich des Dorfs in der Gem. Courroux steht, wohnten die Gf. von Saugern, die ab dem 11. Jh. die Kastvogtei Sornegau verwalteten. Im 13. Jh. erbten die Gf. von Pfirt das Schloss und den Sornegau; 1271 verkauften sie beides an den Fürstbf. von Basel. Dieser gab die Herrschaft versch. Familien zum Lehen, bis er sie 1576 zurücknahm. Unter franz. Herrschaft 1793-1813 gehörte S. zum Dep. Mont-Terrible bzw. Dep. Haut-Rhin, 1815-1978 zum Kt. Bern. S. umfasst eine Einwohner- und eine Burgergemeinde. Les Riedes-Dessus bildet eine eigene Burgergemeinde. Das Schloss, das im Schwabenkrieg 1499 abbrannte, wurde teilweise restauriert, erst von Auguste Quiquerez, dann durch die 1920 gegr. Gesellschaft der Freunde des Schlosses. Die Pfarrei S. wird 1329 erwähnt. Die Pfarrkirche Saint-Etienne wurde 1715 und 1936-38 im Dorfzentrum neu gebaut. An deren einstigem Standort, auf einem Hügel, entstand 1827-28 die Kapelle Notre-Dame-de-Lourdes. Das aus der Mitte des 18. Jh. stammende Haus Chappuis, einst eine Herberge, dient als Mädcheninstitut und Kinderhort. Zu Beginn des 21. Jh. beteiligte sich S. am Agglomerationsprogramm Delsberg.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et villages du Jura bernois 5, 1881, 445-576 (Neudr. 1979)
– D. Helg et al., Le château de S., 1995
S., 900 ans d'histoire, [2002]

Autorin/Autor: François Kohler / CBA