Pleigne

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg. Terrassendorf auf 809 m nordwestlich von Delsberg. Die ans Elsass angrenzende Gem. umfasst mehrere ehem. Bauernhöfe des Klosters Lützel, das Gasthaus Moulin-Neuf, die aus dem Beginn des 18. Jh. stammende Mühle von Bavelier und die archäolog. Fundstätte Löwenburg. 1179 Plenna, dt. früher Pleen. 1818 368 Einw.; 1850 443; 1900 418; 1950 434; 2000 408. Das Kloster Lützel war Hauptbesitzerin der Ländereien, Wälder und Zehnten in P. Als eines der dreizehn freien Dörfer des Delsberger Tals, Herrschaftsgebiet des Fürstbistums Basel, ging P. 1389 an die Gf. von Thierstein und wurde 1454 zurückgekauft. Unter franz. Herrschaft 1793-1815 war P. Teil der Dep. Mont-Terrible und Haut-Rhin, anschliessend bis 1978 des Kt. Bern. Die 1188 erw. Pfarrei war vom 17. Jh. bis 1793 mit jener von Bourrignon vereint. Die Kirche Saints-Pierre-et-Paul wurde 1787 mit einem Westwerk mit byzant. Kuppel wieder aufgebaut. P. ist ein typ. Bauerndorf mit zahlreichen Bauerhöfen des Typs Devant-huis (Mehrzweckbau mit Wohnteil, Scheune und Stall und grossem Vordach).


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et villages du Jura bernois 5, 1881, 373-395, (Neudr. 1979)
– A. Daucourt, Dictionnaire historique des paroisses de l'ancien évêché de Bâle 4, 1901, 194-209, (Neudr. 1980)

Autorin/Autor: François Kohler / CN