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Montsevelier

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg. Abgelegenes Dorf im hinteren Teil des Val Terbi. 1136 Muzivilir, dt. früher Mutzwil. 1818 325 Einw.; 1850 414; 1870 463; 1900 384; 1950 455; 1980 556; 2000 503. Überreste einer burgund. Keramikwerkstatt aus dem 7. Jh. im Ortsteil La Chèvre. Vom 13.-15. Jh. ist das Adelsgeschlecht M. bezeugt. Als Meieramt der fürstbischöfl. Herrschaft Delsberg und Enklave innerhalb der Propstei Moutier-Grandval, welche in die eidg. Neutralität einbezogenen wurde, entging M. der franz. Besetzung zwischen 1792 und 1797, was den Mythos von der „République indépendante" von M. aufkommen liess. 1797-1813 zählte M. wie das übrige Fürstbistum zu den franz. Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin, dann 1815-1978 zum Kt. Bern (Oberamt, dann Amtsbez. Delsberg). Ab 1853 war M. eine Gemischte Gemeinde. M. bildete bis 1771 und erneut ab 1935 eine eigene Pfarrei (Pfarrer 1321 erw.). 1874-1935 waren seine Bewohner nach Mervelier pfarrgenössig. Die Kirche St. Georg wurde 1900-01 teils in neugot., teils in neurom. Stil erstellt. Ab den 1960er Jahren liessen sich im landwirtschaftlich geprägten M. industrielle Betriebe (Maschinenbau, Endbearbeitung, Polieren und Décolletage) nieder. 2000 stellte der 2. Sektor fast die Hälfte der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– L. Vautrey, Notices historiques sur les villes et les villages du Jura bernois 5, 1881, 311-347, (Neudr. 1979)
– B. Prongué, Bicentenaire de l'Indépendance de la République de M., 1992

Autorin/Autor: François Kohler / GL