10/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bätterkinden

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Fraubrunnen. Die Gem. am linken Emmenufer und am Ende des Limpachtals umfasst die Dörfer B. (1261 Beturchingen) und Krailigen, die Weiler Alp, Holzhäusern, Berchtoldshof sowie Aussenhöfe. 1764 598 Einw.; 1850 1'216; 1900 1'401; 1950 1'782; 2000 2'700.

Eine hochma. Siedlung lag auf dem Zwingherrenhubel. 1261 gehörte B. zum kyburg. Amt Utzenstorf. 1406 kaufte Heinrich von Ringoltingen das von den Kyburgern verpfändete B., das dann mit Utzenstorf zusammen die Herrschaft Landshut bildete. 1510 erwarb Bern B., 1514 die restl. Herrschaft und unterstellte alles der neuen Vogtei Landshut. Die Kirche (1275 erw., Jakobspatrozinium, 1664 Neubau) mit Vogtei auf dem Hof Gächliwil gehörte im 14. Jh. zur Herrschaft Buchegg, kam 1399 als Schenkung an das Siechenhaus Bern und wurde ab 1595 vom Vogt auf Landshut verwaltet. 1798 kam B. zum helvet. Distrikt Burgdorf, 1803 zum Oberamt (seit 1831 Amtsbez.) Fraubrunnen. Grosse kommunale Aufgaben waren die Emmenwehr und die Verlegung des Urtenenlaufs durch das Dorf (1569) sowie der Bau der Mühle (1801, heute Handelsmühle). Zum intensiven Getreidebau kamen im 18. und 19. Jh. Kartoffeln und Zuckerrüben sowie Viehwirtschaft, die zur Gründung der Käsereien B. (1848), Krailigen (1867) und der Landwirtschaftl. Genossenschaft (1897) führte. B., einst an der Landstrasse Bern-Solothurn-Basel mit Zollstätte in Krailigen, wird heute von den grossen Verkehrslinien (SBB, Autobahn) umfahren. Der Anschluss an die Bern-Solothurn-Bahn (RBS) blieb von lokaler Bedeutung wie auch die Emmenbrücke (1747, um 1550 Steg) nach Utzenstorf. Entsprechend wenig Industrie entstand in B.: u.a. Holzstoff-, später Papierfabrik (1865/93-1930), Kies-, dann Betonwerk (ab 1921/74), Metallbau (ab 1949). Viele Erwerbstätige (1990 67% Wegpendler) bevorzugen Bern als Arbeitsplatz. Bürger von B. und Utzenstorf gründeten 1846 die vorerst private Sekundarschule B. Der heutige Dorfkern entstand neu nach dem Brand von 1882, das Quartier Zelgli 1979.


Quellen
SSRQ BE II/10
Literatur
– K. Guggisberg, «Aus der Gesch. der Kirchgem. im Amt Fraubrunnen», in Chronik des Amtes Fraubrunnen 9, 1970, 37-48
– H.-J. Steiner, Schloss Landshut und die umliegenden Dörfer B., Utzenstorf, Wiler und Zielebach, 1980

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler