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Biedermann [Bidermann], Jacques

geboren 30.11.1751 Winterthur, gestorben 16.7.1817 Paris, ref., von Winterthur, ab 1790 Franzose. Sohn des (Johann) Jacob, Winterthurer Ratsherrn und Kaufmanns. ∞ Gabrielle Aymée Odier, Tochter des Jacques Antoine, Auditors und Mitglieds des Genfer Rats der Zweihundert. Ab 1762 im Baumwollhaus seines Onkels Jakob in Genf, 1781 Beteiligung an der international tätigen Handelsfirma Senn, Bidermann & Co. 1782 Anführer des fehlgeschlagenen Aufstands der Représentants. Darauf Verlegung der Tätigkeiten nach Brüssel und später nach Paris, wo er 1789 unter Beteiligung der Firma seines Vaters und Bruders Jacob & Andreas Bidermann & Cie. die im Baumwoll-Überseehandel tätige Société maritime gründete. Mitglied des Klubs der Jakobiner, Anhänger von Mirabeau und Pierre-Samuel Dupont de Nemours sowie Mitglied der Pariser Kommune. Ab 1792 Finanzberater des franz. Aussenministeriums, administrative und leitende Funktion in der städt., danach republikan. Lebensmittelversorgung, was ihn mehrere Male ins Gefängnis brachte. 1795 musste er seine Unternehmen liquidieren, kam aber bald wieder zu einem Vermögen und war Hauptinvestor der von Eleuthère Irénée Dupont de Nemours in den Vereinigten Staaten gegr. Pulverfabrik. 1800-03 Generalrat des Dep. Seine, ab 1802 des Pariser Konsistoriums. Nach erneutem Konkurs wurde B. 1811 nicht wieder gewählt und starb vermögenslos.


Literatur
– C. Poisson, Les fournisseurs aux armées sous la Révolution française, 1932
– L. Weisz, «Licht und Schatten auf einem Pionier des Winterthurer Fernhandels», in Winterthurer Jb., 1954, 58-64
– H.C. Peyer, Von Handel und Bank im alten Zürich, 1968, 182-189

Autorin/Autor: Martin Lassner