Courchapoix

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg, im Osten des Val Terbi (Tal der Scheulte) gelegen. 1435 Curchappoix. 1818 234 Einw.; 1850 271; 1900 260; 1910 238; 1950 281; 2000 399. Gräberfunde weisen auf eine Dorfgemeinschaft im 10. Jh. hin. Im 15. Jh. gehörte das Leihegut C. den Edlen von Ramstein. Bis 1797 war C. Teil der Propstei Moutier-Grandval und gehörte zum katholisch gebliebenen grossen Meieramt Courrendlin (auch sous les Roches genannt). Nach 1797 lag C. in den franz. Dep. Mont-Terrible (bis 1800) und Haut-Rhin (bis 1813), nach 1815 im bern. Oberamt bzw. im Amtsbez. Moutier. In den beiden Juraplebisziten vom Juni 1974 und Mai 1975 lag C. zwischen den separatistischen und den berntreuen Bezirken. In der Abstimmung vom 7.9.1975 sprach sich die Gem. für den Anschluss an den geplanten Kt. Jura aus und wurde dem Bez. Delsberg zugeschlagen. Im unteren Teil der Pfarrkirche Saint-Imier fanden sich Überreste eines ersten, romanischen Gotteshauses. C. gehörte zunächst zur Pfarrei Vicques, wurde 1766 Vikariat und 1781 Pfarrei. 1874-1935 war es Teil der Pfarrei Corban. Zu Beginn des 20. Jh. lebte die Bevölkerung vom Ackerbau, von der Viehzucht und von der Seidenspinnerei. 1990 arbeitete nahezu die Hälfte der Erwerbstätigen ausserhalb der Gem., auf deren Gebiet sich als einziges Unternehmen eine Uhrengehäuse-Schleiferei befand.


Literatur
– A. Daucourt, Dictionnaire historique des paroisses de l'ancien évêché de Bâle 1, 1897, 170-176 (Neudr. 1980)
– «Fouilles archéologiques de C. (JU)», in Actes SJE, 1993, 149-198

Autorin/Autor: François Kohler / AW